Nach 4 Tagen auf Magentic Island ging es also mit dem Greyhound weiter nach Airlie Beach. Mit dabei waren auch Linda und Janina, die mit uns auf Magnetic Island im gleichen Zimmer waren. Nach ca. 3,5h Fahrt sind wir angekommen und haben uns gleich auf die Suche nach einem Hostel für Judith gemacht, in das ich ab Dienstag gehen würde, weil ich durch meine Gastmutter eine richtig Unterkunft bei ihrem Cousin bekommen habe. Also sind wir im ‚beaches‘ gelandet, was praktischerweise auch ein „Reisebüro“ hat wo wir gleich unsere Segeltour auf den Whitsundays gebucht haben. Da in Australien, was Backpacker angeht, zurzeit eher weniger los ist drückt hier natürlich jeder seine Preise. Somit haben wir einen Segeltörn für 2 Tage/2 Nächte gebucht und freuen uns schon riesig! Danach haben wir uns an den Lagoon gesetzt und auf Linda und Janina gewartet, mit denen wir dann zum Abendessen sind. Wir hatten so einen Voucher bei dem man für 5$ Verzehr an der Bar später eine halbe Pizza bekommt. Gerade als die Pizza dann kam klingelt mein Handy. Patrick, der Cousin von Laura-Kate, ruft an und fragt ob er mich abholen soll. Also dacht ich mir „Haja, dann nimmst die Pizza einfach mit.“ Jetzt durfte man das aber einfach nicht. Aber als Backpacker ist man ja schlau und hat Tubberdosen. Also hab ich einfach meine Pizza da reingepackt und bin los. Eigentlich schon schlimm, dass man überall alles versucht auszunutzen. Selbst wenn es irgendwo so kleine Salz- /Pfeffertütchen gibt, nichts wie hin und eine Handvoll mitnehmen – sonst müsste man ja Geld dafür ausgeben! ;) Auf jeden Fall bin ich dann mit Patrick mit zu seinem, nicht gerade kleinem Haus am Rande von Airlie Beach, in dem er mit 2 Kumpels wohnt. Und wie das eben in einer Männer WG so ist, ist der Kühlschrank voll mit Bier! Folglich hat der Abend dann mit reichlichem Bierkonsum und einem Australischen Meatpie geendet. Wunderbar :) Trotz nicht vorhandenem Hangover waren wir am Tag darauf dann auch nur am Lagoon dösen und für unseren Segeltrip einchecken. Dafür gab es am Dienstag von Jye und Dan, den Mitbewohnern von Pat, eine private Whitsundaytour für mich. Um 8 Uhr morgens sind wir zum Shute Harbour und haben Pat’s Boot ins Wasser gelassen. Keine 10 Minuten auf dem Wasser und schon war ca. 50m neben uns eine Meeresschildkröte die ihren ersten morgendlichen Atemzug genossen hat! Die Schlafen nämlich 8h, halten auch genauso lang ihre Luft an und schrauben ihren Puls auf 3 Schläge pro Minute runter. Außerdem fressen die liebend gern Quallen. „Problem“ dabei ist nur, dass die davon total stoned werden und somit meistens mit halb offenen Augen, total verplant durchs Meer cruisen – sehr geile Tiere! Über den ganzen Vormittag verteilt sind wir dann an sämtlichen Inseln vorbei (Long Island, Day Dream Island, Hamilton Island, Lindamin Island…), haben an manchen einen Stopp gemacht, bis wir dann auf der 24m langen & 2 Millionen $ teuren Yacht von Dans Bekanntem saßen und BBQ hatten. Ich hatte ja nichts dagegen, dass wir da den ganzen Nachmittag zu BBQ und reichlich Alkohol eingeladen waren, aber wer einfach mal so 2 Fremde und einen Bekannten auf sein Bötle lässt, der hat es meiner Meinung nach schon nötig. Und so war es natürlich auch. Er war mit Goldketten und Ringen behängt, seine Frau genauso und die Kinder haben sich irgendwann davon geschlichen als es nur noch hieß „..das hat 12.000$ gekostet und die Lichter auf dem Dach sind auch 100.000$ Wert! Ach und übrigens…$$$...“! Naja, der ach so teure Wein den ich am Schluss noch trinken sollte hat trotz allem scheiße geschmeckt. :D Als DER Sturm dann so ziemlich vor unserer Nase war sind wir dann auch schnell heim.
Die Insel von: Manni das mürrische Mamut aus IceAge
Am nächsten Tag (Mittwoch) ging dann der mit so viel Vorfreude erwartete 2 Tage/ 2 Nächte Segeltörn los. Um 13 Uhr ging es am Segelhafen von Airlie Beach mit Judith und 21 anderen, davon natürlich mehr als 50% deutsch, in Richtung Mackeral Bay los. Auf dem Weg dorthin wurden wir natürlich in unsere Kabinen eingeteilt, haben uns alle Regeln anhören müssen und ein Tauchbriefing bekommen. Für mich stand sofort fest, ich werde den Introdive versuchen und wenn es mir gefällt, dann mach ich noch mehr Tauchgänge. Also hieß es ab in den sexy Neoprenanzug (Schutz vor Quallen), Gewichtsgürtel anziehen, Taucherbrille + Schnorchel + Flossen anziehen, Mütze auf (wieder Schutz vor Quallen und ganz toll der hat mich aussehen lassen wie eine Aishe!!), dann die Weste mit der ganzen Ausrüstung anziehen und mit Luft vollpumpen bis man aussieht wie das Michelinmännchen oder einfach nur Fett! :D So sah ich dann aus:
Fertig angezogen ging es dann endlich ins Wasser – insofern man es geschafft hat mit dem ganzen Gewicht aufzustehen und zu laufen. Judith und ich waren die einzigen Introdiver und hatten somit sozusagen Einzelunterricht. Zuerst mussten unter Wasser 3 Übungen machen. #1 wie man beim Tauchen Wasser aus der Brille bekommt #2 Mundstück rausnehmen, wegschmeißen und mit einem bestimmten Handgriff wieder finden #3 das wieder gefundene Mundstück zurück in den Mund nehmen und dann „two“ sagen um das Wasser rauszubekommen.
Und danach ging es dann los, insgesamt 7,1m tief. Jake war echt begeistert von uns und meinte wir wären wirklich selbstsicher für den ersten Tauchgang und somit durften wir die kommenden 2 Tauchgänge mit den Tauchscheinhabenden Tauchern mit. Unser längster Tauchgang war 40 Minuten lang und am tiefsten waren wir bei 12,1m!! Mein linkes Ohr hat beim ersten Tauchgang echt richtig, richtig weh getan und gepfiffen aber nach 2 Mal Ohrtropfen ging es dem Ohr wieder gut und so ist es auch geblieben! Die Welt unter Wasser ist echt unbeschreiblich. Sobald man sich an das Dark Vader Atmen gewöhnt hat (hört sich schon geil an :D ) und abschaltet, schaltet der Kopf einfach aus und man geniest es einfach nur noch. Überall um einen rum sind Fische & Korallen sämtlicher Farben, Formen & Größen. Die einen sind 15 cm vor deinen Augen, so kurz vor deiner Hand, dass du sie anfassen kannst, anderen kannst du fröhlich beim Korallenknabbern zuhören (hört sich an wie ein Fingernagel auf Schmirgelpapier) und Korallen findet man in grasgrün, lila, orange, blau…! Über die 3 Tauchgänge hinweg habe ich Meeresschildkröten, Nemos, Angelfish, Gropas (riesen Fische, ca. 1m groß), Papageifische usw. gesehen. Da euch und auch mir die anderen Namen unbekannt sind gibt’s, dank der Unterwasserkamera des Teams, von allen Bildern (und natürlich auch von mir und Judith).
Wenn man dann schon in den Whitsundaygewässern rumsegelt darf man White Haven Beach und das Hill Inlet natürlich nicht auslassen. Auch wenn man von den Whitsundays noch nie was gehört hat, die Bilder vom weißesten Strand der Welt wird jeder schon mal irgendwo gesehen haben. In der Tounge Bay haben wir übernachtet, sind mit reichlich Schildkröten um uns rum aufgewacht und dann aufs Land um zum Lookout auf das Inlet zu kommen und schließlich runter zum White Haven Beach. Der Sand ist so fein (und natürlich auch extrem weiß), dass man sich damit sogar die Zähne wieder weiß polieren kann! Durch die Störmung, die natürlich nie zwei Mal genau gleich ist, verändern sich die Sandbänke im Inlet ganz schnell, so dass jedes Bild ein Unikat ist und man wie wir auch gerne mal vom Wasser überrascht wird. Angekommen war die Sandbank nämlich noch recht groß und als wir 2h später gegangen sind war sie weg. Das hatte allerdings zum Vorteil, dass in dem ganzen niedrigen Wasser keine Quallen waren, wir also eine Neoprenanzüge gebraucht haben und trotzdem den Babyhaien bei ihrer Jagd zuschauen konnten. Plötzlich stand man da in einem Schwarm von Fischen in dem 3 oder 4 Haie waren. Aber die waren ja zum Glück harmlos für uns und so hatte ich auch keine Panik als die so 1-2m vor meinen Füßen rumgeschwommen sind (wobei Haie ja prinzipiell sowieso keine Lust auf Menschen haben, sondern uns nur angreifen wenn sie in Panik geraten oder uns dank farbigen Bikinis & Co. für einen Fisch halten und uns dann trotzdem nicht verspeisen, weil ihnen Menschen nicht schmecken!). Dank dem tollen Wetter hatten wir abends noch einen Bilderbuch Sonnenuntergang und als wir bei Dunkelheit die blauen Lichter vom Katamaran angemacht haben, haben uns sogar noch 2 Delfine besucht :) (laut Cookie, unserem Kapitän, sind das übrigens die einzigen Lebewesen, die neben uns Menschen Sex haben weil es ihnen Spaß macht und nicht nur aus reinen Fortpflanzungsgründen). Auch wenn die Tauchgänge und der ganze Ausflug an sich nicht gerade billig waren, es hat sich wirklich jeder einzelne Cent gelohnt! Tauchen ist wirklich was extrem tolles und ich habe mir mit dem Tauchen am Great Barrier Reef einen Lebenstraum erfüllt!!!
